Glukosesensoren: transkutan oder implantierbar

Quellen geprüft Aktualisiert: 7. September 2026 10 Min. Lesezeit

Sensoren zur kontinuierlichen Glukosemessung können transkutan sein und 7–15 Tage getragen werden oder implantierbar und für etwa ein Jahr vollständig unter die Haut eingesetzt werden. Die beiden Typen unterscheiden sich im Anlegen, in der Tragedauer und darin, wie sie entfernt werden.

1 Jahr
Laufzeit eines implantierbaren Sensors
7–15 Tage
Tragedauer eines transkutanen Sensors
≈5 mm
Schnitt beim Einsetzen des Implantats

Was ist ein transkutaner Sensor?

Ein transkutaner Sensor ist der am häufigsten verwendete Typ von Glukosesensor. Er hat ein sehr dünnes, biegsames Filament — einen weichen Faden —, der durch die Haut geht. Nur dieser Faden bleibt im Gewebe unter der Haut; der Sensorkörper sitzt darüber und wird mit einem Klebepflaster befestigt. Schon der Name erklärt das: „trans“ heißt „durch“ und „kutan“ heißt „Haut“. Es ist also ein Sensor, der durch die Haut geht [1].

Ein transkutaner Sensor lässt sich einfach anlegen, ohne ärztliche Hilfe. Sie setzen ihn selbst zu Hause mit einer automatischen Setzhilfe und tauschen ihn nach einer bestimmten Anzahl von Tagen gegen einen neuen. So haben Sie jederzeit eine bequeme Möglichkeit, Ihren Blutzucker zu verfolgen, ohne dass ein besonderer Eingriff nötig wäre. Diesen Sensortyp verwenden die allermeisten heute verfügbaren Systeme zur kontinuierlichen Glukosemessung [2].

Was ist ein implantierbarer Sensor?

Ein implantierbarer Sensor ist ein kleiner Zylinder von der Größe eines Streichholzes. Er wird vollständig unter die Haut eingesetzt, meist am Oberarm. Das Einsetzen übernimmt eine Ärztin, ein Arzt oder eine andere geschulte medizinische Fachkraft. Anders als beim transkutanen Sensor bleibt kein Teil an der Oberfläche — alles liegt unter der Haut. Der Sensor bleibt dort etwa ein Jahr [3].

Auch wenn der Sensor selbst unter der Haut verborgen ist, tragen Sie darüber einen kleinen Sender auf der Haut, befestigt mit einem Klebepflaster. Er schickt die Glukosewerte an eine App auf dem Telefon. Da auch dieser Sender auf die Haut geklebt wird, erspart Ihnen der Wechsel zu einem implantierbaren Sensor den Kontakt mit dem Klebstoff nicht vollständig. Der implantierbare Sensor bietet Ihnen damit eine Lösung auf Dauer, vor allem wenn Sie das Gerät nicht häufig wechseln möchten.

Was unterscheidet einen transkutanen von einem implantierbaren Sensor?

Der wichtigste Unterschied liegt darin, wo der Sensor sitzt und wie er eingesetzt wird. Beim transkutanen Sensor geht nur ein dünnes Filament durch die Haut, während der Sensorkörper an der Oberfläche bleibt. Sie legen ihn selbst zu Hause mit einer automatischen Setzhilfe an, ganz ohne Schnitt. Der implantierbare Sensor liegt vollständig unter der Haut und wird von einer medizinischen Fachkraft in einem kleinen Eingriff in der Praxis eingesetzt. Der Eingriff erfolgt mit örtlicher Betäubung und einem sehr kleinen Schnitt von etwa 5 mm [4].

Ein zweiter Unterschied betrifft die Laufzeit und die Art, wie der Sensor entfernt wird. Den transkutanen tragen Sie 7–15 Tage und lösen ihn dann selbst ab. Der implantierbare bleibt etwa ein Jahr unter der Haut. Auch entfernt wird er von einer medizinischen Fachkraft, in einem kurzen Eingriff ähnlich dem Einsetzen. Die beiden Typen unterscheiden sich außerdem in Verfügbarkeit und Kosten, die von Land zu Land nicht gleich sind. Kurz gesagt: Der transkutane Sensor ist bequem und wird häufig von Ihnen selbst gewechselt, der implantierbare ist eine Lösung auf Dauer, die das medizinische Team betreut, wie die Abbildung unten zeigt [3].

Abbildung 1

Der transkutane und der implantierbare Sensor im Vergleich

Transkutaner SensorImplantierbarer Sensor
Wo er sitztdas Filament unter der Haut, der Körper darübervollständig unter der Haut
Wer ihn setztSie selbst, zu Hause, mit einem automatischen Applikatormedizinisches Fachpersonal, in der Praxis
Der Eingriffganz ohne Schnittörtliche Betäubung und ein Schnitt von etwa 5 mm
Wie lange er getragen wird7–15 Tageungefähr ein Jahr
Wer ihn entferntSie ziehen ihn selbst abebenfalls medizinisches Fachpersonal
Was auf der Haut zu sehen istder Sensorkörper, aufgeklebtein abnehmbarer Sender, über der Stelle, an der der Sensor sitzt
Der grundlegende Unterschied liegt darin, wo der Sensor sitzt und wer ihn setzt [4]. Der transkutane Sensor ist bequem und Sie wechseln ihn häufig selbst, während der implantierbare Sensor eine Lösung auf Dauer ist, betreut vom medizinischen Personal [3]. Verfügbarkeit und Kosten sind von Land zu Land nicht gleich.

Enthält ein transkutaner Sensor einen dünnen Faden unter der Haut?

Ja. Ein transkutaner Sensor enthält ein Filament, also einen sehr dünnen und biegsamen Faden, der im Gewebe unter der Haut bleibt, umgeben von der Gewebeflüssigkeit — der Flüssigkeit zwischen den Zellen. Dieser weiche Faden misst die Glukosekonzentration. Wichtig zu wissen: Es handelt sich nicht um eine Nadel, die in der Haut bleibt, sondern um einen weichen, sehr dünnen Faden [2].

Beim Anlegen kommt tatsächlich eine Nadel zum Einsatz, doch sie gehört nur zur Setzhilfe. Die Nadel legt lediglich das Filament unter die Haut und zieht sich danach automatisch zurück; zurück bleibt allein der weiche Faden. Deshalb spüren die meisten Menschen den Sensor nach dem Anlegen kaum. Der Faden unter der Haut stört im Alltag nicht [5].

Wie wird ein implantierbarer Sensor unter die Haut eingesetzt?

Der implantierbare Sensor wird in einem kurzen Eingriff eingesetzt, den eine geschulte medizinische Fachkraft durchführt. Zuerst wird die Haut gereinigt, meist an der Rückseite des Oberarms, dann wird die Stelle mit einem örtlichen Betäubungsmittel (Lidocain) betäubt. Es folgt ein sehr kleiner Schnitt von etwa 5 mm, durch den der Sensor mit einem speziellen Einführbesteck unter die Haut gelegt wird. Zum Schluss wird die Stelle mit einem Klebestreifen oder einem Verband verschlossen, ohne Naht [4] [6].

Der gesamte Eingriff dauert nur wenige Minuten und findet in einer normalen Arztpraxis statt. Das Einsetzen ist gut auszuhalten, weil die Stelle örtlich betäubt ist. Sie können es sich als einen kleinen, schnellen Eingriff an der Haut vorstellen [7].

Wer darf einen implantierbaren Sensor einsetzen?

Einen implantierbaren Sensor darf nur eine qualifizierte und geschulte medizinische Fachkraft einsetzen, etwa eine Ärztin, ein Arzt oder eine Pflegefachkraft — je nach den Regeln des jeweiligen Gesundheitssystems. Das ist ein wichtiger Unterschied, denn Sie können sich einen solchen Sensor nicht selbst einsetzen. Das Einsetzen erfordert einen kleinen medizinischen Eingriff und passende Bedingungen, weshalb es immer von Fachpersonal übernommen wird [4] [6].

Darin unterscheidet sich der implantierbare Sensor vom transkutanen. Den transkutanen legen Sie selbst zu Hause an, ohne ärztliche Hilfe, für den implantierbaren müssen Sie in die Praxis kommen. Die Wahl eines implantierbaren Sensors bedeutet deshalb auch eine enge Zusammenarbeit mit dem medizinischen Team, sowohl beim Einsetzen als auch beim Entfernen [1].

Ist das Einsetzen eines implantierbaren Sensors schmerzhaft?

In der Regel ist das Einsetzen eines implantierbaren Sensors nicht schmerzhaft, weil die Stelle zuvor örtlich betäubt wird. Während des Eingriffs können Sie ein Druckgefühl oder ein leichtes Unbehagen spüren, echte Schmerzen fehlen jedoch oder sind allenfalls minimal. Die meisten Menschen berichten, dass der empfindliche Moment eigentlich nur der kleine Stich der Betäubungsspritze ist; danach spüren sie fast nichts mehr [3] [7].

Nach dem Einsetzen können eine leichte Empfindlichkeit, ein Ziehen oder ein vorübergehender Bluterguss an der Stelle auftreten. Diese Beschwerden sind meist gering und verschwinden innerhalb weniger Tage. Nehmen die Schmerzen zu, statt abzunehmen, breitet sich eine Rötung aus oder treten Fieber oder eine Absonderung an der Implantatstelle auf, wenden Sie sich noch am selben Tag an das medizinische Team. Sprechen Sie auch dann mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn das Unbehagen anhält oder Sie beunruhigt.

Hat der implantierbare Sensor auch ein Teil auf der Haut?

Ja. Auch wenn der Sensor selbst unter der Haut liegt, tragen Sie darüber einen kleinen Sender auf der Haut, befestigt mit einem Klebepflaster. Dieser Sender versorgt den Sensor drahtlos mit Energie und schickt die geschätzten Glukosewerte an eine App auf dem Telefon. Er ist praktisch der einzige sichtbare Teil des Systems. Der Sender lässt sich abnehmen und wieder anbringen, so oft es nötig ist.

Sie können ihn also zum Duschen oder zum Aufladen abnehmen, ohne dass der Sensor unter der Haut Schaden nimmt. Sie sollten allerdings wissen, dass der Sensor in der Zeit ohne Sender keine Glukosewerte aufzeichnet [6]. Während dieser Zeit erhalten Sie auch keine Alarme für zu niedrige oder zu hohe Werte; Sie richten sich dann danach, wie Sie sich fühlen, und bei Bedarf nach einer Messung mit dem Blutzuckermessgerät.

Wie wird ein implantierbarer Sensor entfernt?

Ein implantierbarer Sensor wird in einem erneuten kurzen Eingriff entfernt, ebenfalls von einer medizinischen Fachkraft. Die Stelle wird örtlich betäubt, es folgt ein sehr kleiner Schnitt, der Sensor wird entnommen und die Stelle mit einem Verband oder Klebestreifen verschlossen. Wie beim Einsetzen können Sie den Sensor nicht selbst entfernen [4] [6]. Erreicht ein Sensor das Ende seiner Laufzeit, kann an seiner Stelle ein neuer eingesetzt werden, in der Regel am anderen Arm.

Häufig finden beide Eingriffe im selben Praxisbesuch statt, damit Sie die Messung ohne lange Pause fortsetzen können. So ist der Wechsel von einem Sensor zum nächsten einfach und gut organisiert. Stoppt der Sensor früher als vorgesehen oder tritt an der Implantatstelle eine Reaktion auf, informieren Sie das medizinische Team, denn auch das vorzeitige Entfernen erfolgt in der Praxis.

Fazit

  • Der transkutane Sensor hat einen weichen, dünnen Faden, der durch die Haut geht; Sie legen ihn selbst zu Hause mit einer automatischen Setzhilfe an und wechseln ihn alle 7–15 Tage [1] [2].
  • Der implantierbare Sensor ist ein kleiner Zylinder, den eine medizinische Fachkraft vollständig unter die Haut einsetzt und der etwa ein Jahr arbeitet [3] [4].
  • Einsetzen und Entfernen des implantierbaren Sensors erfolgen in der Praxis, mit örtlicher Betäubung und einem Schnitt von etwa 5 mm, ohne Naht [6] [7].
  • Über dem implantierbaren Sensor sitzt ein Sender auf der Haut, der ihn drahtlos mit Energie versorgt und die Daten an eine App auf dem Telefon schickt [4].
  • Der transkutane Sensor ist eine bequeme, von Ihnen selbst betreute Lösung, der implantierbare eine langlebige, vom medizinischen Team betreute [1] [3].

Das könnte Sie auch interessieren

Weitere Seiten zu den Grundlagen der Glukosesensor-Technologie.

Hier verwendete Fachbegriffe

Quellen

  1. American Diabetes Association Professional Practice Committee. 7. Diabetes Technology: Standards of Care in Diabetes-2026. Diabetes Care. 2026;49(Suppl 1):S150-S165. PubMed
  2. Mian Z, Hermayer KL, Jenkins A. Continuous Glucose Monitoring: Review of an Innovation in Diabetes Management. Am J Med Sci. 2019;358(5):332-339. PubMed
  3. Bailey TS, Liljenquist DR, Denham DS, Brazg RL, Ioacara S, Masciotti J, et al. Evaluation of Accuracy and Safety of the 365-Day Implantable Eversense Continuous Glucose Monitoring System: The ENHANCE Study. Diabetes Technol Ther. 2025;27(5):407-411. PubMed
  4. Dehennis A, Mortellaro MA, Ioacara S. Multisite Study of an Implanted Continuous Glucose Sensor Over 90 Days in Patients With Diabetes Mellitus. J Diabetes Sci Technol. 2015;9(5):951-956. PubMed
  5. Krakauer M, Botero JF, Lavalle-González FJ, Proietti A, Barbieri DE. A review of flash glucose monitoring in type 2 diabetes. Diabetol Metab Syndr. 2021;13(1):42. PubMed
  6. Deiss D, Szadkowska A, Gordon D, Mallipedhi A, Schütz-Fuhrmann I, Aguilera E, et al. Clinical Practice Recommendations on the Routine Use of Eversense, the First Long-Term Implantable Continuous Glucose Monitoring System. Diabetes Technol Ther. 2019;21(5):254-264. PubMed
  7. Deiss D, Irace C, Carlson G, Tweden KS, Kaufman FR. Real-World Safety of an Implantable Continuous Glucose Sensor Over Multiple Cycles of Use: A Post-Market Registry Study. Diabetes Technol Ther. 2020;22(1):48-52. PubMed