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Was ist die eGFR (geschätzte glomeruläre Filtrationsrate)?
Die eGFR zeigt, wie gut Ihre Nieren das Blut filtern, und wird in Millilitern je Minute angegeben, bezogen auf eine standardisierte Körperoberfläche von 1,73 m². Sie wird nicht unmittelbar gemessen, sondern aus einer einfachen Blutuntersuchung geschätzt, dem Serumkreatinin, zusammen mit Ihrem Alter und Ihrem Geschlecht. Der Rechner verwendet die Formel CKD-EPI 2021, die derzeit international empfohlen wird und keine auf der Hautfarbe beruhende Berichtigung mehr anwendet [1].
Wie wird das Ergebnis gedeutet (KDIGO-Stadien G1–G5)?
Als grober Anhaltspunkt gilt nach der KDIGO-Einteilung, in mL/min/1,73 m² [2]:
- über 90 — normale oder hohe Funktion (G1);
- 60–89 — leicht eingeschränkt (G2);
- 45–59 — leicht bis mäßig eingeschränkt (G3a);
- 30–44 — mäßig bis stark eingeschränkt (G3b);
- 15–29 — stark eingeschränkt (G4);
- unter 15 — Nierenversagen (G5).
Wichtig ist, sich zu merken, dass ein einzelner Wert die Diagnose nicht stellt. Eine chronische Nierenerkrankung bedeutet Veränderungen, die mindestens 3 Monate anhalten, und die vollständige Einteilung berücksichtigt auch die Menge des über den Urin verlorenen Albumins (die Untersuchung erscheint auf dem Befund als Albuminurie oder als Albumin-Kreatinin-Verhältnis im Urin). Ein niedriger Wert wird durch eine Wiederholung der Untersuchung bestätigt, in dem Abstand, den die Ärztin oder der Arzt festlegt, die oder der Ihren Diabetes betreut, und bei Bedarf wird die Beurteilung in der Nephrologie fortgesetzt. Die abschließende Deutung liegt bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Warum ist die eGFR für Menschen mit Diabetes wichtig?
Diabetes ist eine der häufigsten Ursachen der chronischen Nierenerkrankung, und der Nierenschaden ist schmerzlos und gibt lange Zeit keine Warnzeichen. Deshalb empfehlen die Leitlinien, bei Menschen mit Diabetes die eGFR und das Albumin im Urin regelmäßig zu prüfen, in der Regel mindestens einmal im Jahr. Bei Typ-1-Diabetes beginnen die Kontrollen gewöhnlich einige Jahre nach der Diagnose, und wenn die Werte bereits auffällig sind, werden sie öfter wiederholt, in dem von der Ärztin oder dem Arzt festgelegten Abstand. Eine frühe Entdeckung erlaubt Behandlungen, welche die Erkrankung erheblich verlangsamen, und bei manchen Arzneimitteln muss die Dosis angepasst werden, wenn die Nierenfunktion nachlässt. Die eGFR ist auch einer der Werte, die der Rechner für das kardiovaskuläre Risiko verlangt, denn Niere und Herz ziehen einander mit.
Welche Grenzen hat diese Schätzung?
Die Formel geht von einer durchschnittlichen Muskelmasse aus. Bei Menschen, die sehr muskulös oder sehr untergewichtig sind, eine Amputation hatten oder schwanger sind, kann die Schätzung irreführend sein. Das Kreatinin schwankt außerdem mit dem Flüssigkeitshaushalt, mit einer fleischreichen Ernährung oder mit starker körperlicher Anstrengung in den Tagen vor der Untersuchung. Bei normalen oder beinahe normalen Werten ist sie weniger genau als bei niedrigen Werten, denn ein kleiner Unterschied beim Kreatinin verändert das geschätzte Ergebnis erheblich. Das Ergebnis ist ein Anhaltspunkt, keine Diagnose.
Hier verwendete Fachbegriffe